Teilerfolg für Ilona Kolberg gegen ihre „krankheitsbedingte“ Kündigung

 

Am Dienstag, den 2. Februar fand der 2. Kammertermin statt. Ilona klagt gegen Continental Automotive GmbH auf Wiedereinstellung. Im August 2008 wurde sie von Continentnal (früher VDO) krankheitsbedingt gekündigt. Ilona war zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre bei VDO beschäftigt. 15 Kolleginnen und Kollegen und Freunde des Solidaritätskreises waren gekommen, um Ilona in der Auseinandersetzung vor Gericht zu unterstützen. Im Saal machte der Richter darauf aufmerksam, dass keine Demonstrationsschilder mitgebracht werden dürfen. Gelesen hatten es bis dahin alle: „Jahrzehnte malocht und dann schwer krank werden – Kündigung gerechtfertigt ? Ein Skandal ! Solidaritätskreis Conti- Kolleginnen und Kollegen (ex. VDO)“

Der Richter machte klar, dass eine krankheitsbedingte Kündigung „auf Grund von häufigen Kurzerkrankungen“ eigentlich nicht in Frage kommt, da mehrere Jahre diese Erkrankungen unter 6 Wochen lagen. Also müsse noch geklärt werden, ob zu dem Zeitpunkt der Kündigung eine „längere Krankheit“ vorlag, bei der eine „schlechte Prognose für eine Genesung“ vorlag. Das damalige Gutachten von einem Arzt war dazu angeblich nicht aussagekräftig genug. Deshalb müsste dazu ein weiteres Gutachten eingeholt werden.

 

Nach einer Beratung machte das Gericht dann plötzlich den Vorschlag, das Arbeitsverhältnis gegen 13 000,- € aufzulösen – sozusagen als „gütliche Einigung“. Dies wurde von Ilona jedoch abgelehnt, da sie wieder arbeiten kann und auch will.

 

Nach ca. einer ¾ Stunde wurde die Verhandlung dann abgeschlossen. Am nächsten Tag wurde das Ergebnis bekannt, dass das Gericht einen 3. Kammertermin anberaumt hat, um ein weiteres ärztliches Gutachten anzufordern.

 

Ilona meint, dass dies ein erster Teilerfolg ist und will sich jetzt mit dem Solidaritätskreis auf die nächste Verhandlung vorbereiten. Sie bedankte sich herzlich bei den anwesenden Kolleginnen und Kollegen für die solidarische Unterstützung.